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Wissenswertes zum Schießsport

Wenn in den Medien über Sport berichtet wird, dann geht es – verständlicherweise – zu einem sehr großen Anteil um Fußball. Fußball ist nun mal auch eine Sportart mit großer Öffentlichkeitswirkung, was sich schon aus der Größe und der Lage der dafür vorhandenen Sportstätten ergibt. Andere Sportarten kommen erst mit großem Abstand danach – auch in der Berichterstattung.

Unter Sport wird meistens eine Körperbetätigung verstanden, die mit Bewegung zu tun hat – mit der Bewegung des Körpers im Ganzen oder schwerpunktmäßig bestimmter Körperteile. Hierbei geht es dann zum Beispiel um Schnelligkeit, Geschicklichkeit oder Kraft.

Eine Sportart, die sich eher im Stillen und abseits der Öffentlichkeit abspielt, ist der Schießsport.

Wenn über Schützen berichtet wird, dann geht es dabei oft um die Ereignisse während eines Schützenfestes. Da sieht man dann die Würdenträger eines Schützenvereins oder die Sieger eines Wettkampfes in bunter Uniform oder es wird der Verlauf des größten Schützenausmarsches in Deutschland geschildert. Diese Ereignisse stellen aber nur gewisse Höhepunkte in einem Schützenjahr dar und zeigen nur die eine Hälfte des Vereinswesens, nämlich den traditionellen oder geselligen Anteil. Und das ist auch der Teil, der das teilweise leider klischeehaft vorhandene Image der Schützen­vereine mit geprägt hat.

Hier zeigt sich schon ein Unterschied zwischen den klassischen Breitensportarten und dem Schießsport: Die Fußballer betreiben Ihren Sport unter den Augen der Öffentlichkeit und feiern dann eher im Verborgenen. Bei den Schützen ist es genau umgekehrt …!

Schützenvereine erfüllen vielerorts – wie andere Vereine auch – wichtige soziale Funktionen, üben eine große Binde- und Integrationskraft aus, verstärken das Zusammengehörigkeits- und Gemeinschaftsgefühl und fördern die Bildung persönlicher Netzwerke, die für die Mitglieder durchaus auch außerhalb des Vereinslebens von Vorteil sein können. In ländlichen Regionen ist das sich über mehrere Tage hinziehende Schützenfest in vielen Fällen das wichtigste (und in kleineren Ortschaften manchmal auch einzige) Gemeinschaftsereignis des Jahres, bei dem man sowohl quer durch die Einwohnerschaft als auch mit externen Besuchern Kontakte pflegen kann und bei dem sich trefflich neue Bekanntschaften machen lassen.

Tatsächlich aber wissen viele überhaupt nicht, was sich in einem Schützenverein hinter den Kulissen – das heißt in den Vereinsheimen und Schießsportanlagen – abspielt.

Beim Sportschießen ist genau das Gegenteil erforderlich wie bei den oben beschriebenen Sportarten. Hier kommt es nicht auf Körperbewegung, Kraft oder Schnelligkeit an, sondern darauf, den Körper still zu halten. Bis ein Schießsportler soweit ist, dass er konstant und verlässlich wirklich gute Ergebnisse erzielt, dauert es oft etliche Jahre. Schließlich bedarf es eines komplizierten Zusammenspiels zwischen Auge, Gehirn, Körper und Hand, um einen präzisen Schuss abzugeben. Sicher gibt es auch beim Schießen so genannte Naturtalente, die auf Anhieb recht ordentliche Treffer erzielen, aber für die Mehrheit ist ein regelmäßiges ernsthaftes Training die Voraussetzung für gute Ergebnisse. Dabei geht es durchaus auch um Kraft und die Fähigkeit, den Körper als Ganzes komplett zu beherrschen, aber auch darum, sich extrem zu konzentrieren, präzise zu denken, blitzschnell eine Entscheidung zu treffen und diese in einem kaum messbaren Bruchteil einer Sekunde umzusetzen. Das ist Leistungssport!

Die Faszination des Schießens – oder besser des Treffens (denn das ist das Ziel bei diesem Sport) – geht durch alle gesellschaftlichen und sozialen Schichten und natürlich auch über alle Altersgruppen.

Sportliches Schießen bedeutet Schießen nach bestimmten Regeln. Die Waffe wird dabei als reines Sportgerät verwendet, ähnlich wie der Speer beim Speerwerfen oder das Fahrrad bei Radrennfahrern.

Oberstes Gebot beim Sportschießen ist zu jeder Zeit die Sicherheit. Es gibt eindeutige und verbindliche gesetzliche Bestimmungen für das Verhalten auf dem Schießstand und für den Umgang mit einer Waffe – selbst wenn sie nicht geladen ist. Darüber hinaus wird jedes Schießen von verantwortlichen Aufsichten (mindestens mit Waffensachkunde- Lehrgang) begleitet.

Die Sachkunde wird durch einen Lehrgang erworben, der mit einer Prüfung vor einer autorisierten Prüfungskommission endet. Ein Sachkundelehrgang gliedert sich in einen theoretischen und einen praktischen Teil. Die Teilnehmer an einem Sachkundelehrgang werden im theoretischen Teil über die beim Umgang mit Waffen und Munition zu beachtenden Rechtsvorschriften des Waffenrechts, des Beschussrechts sowie der Notwehr und des Notstands geschult. Im praktischen Teil werden die Lehrgangsteilnehmer in der sicheren Handhabung von Waffen oder Munition einschließlich ausreichender Fertigkeiten im Schießen mit Schusswaffen aus- bzw. weitergebildet.

Jugend

Auch die Kinder und Jugendlichen im Schützenverein kann man durch kontinuierliches Training unter sachkundiger Anleitung dahin bringen, dass Sie beständig gute Ergebnisse erzielen und dadurch Erfolgserlebnisse mitnehmen können. Hier werden Talente bestätigt und Begabungen gefördert, aber auch Durchhaltevermögen, Disziplin und Integrationsvermögen gefordert – Eigenschaften, die sowohl im Alltag als auch in der Schule hilfreich und nützlich sein können.

Viele Kids spielen heute Video- und Computerspiele – oft allein und im verdunkelten Zimmer. Dabei geht es oft um sinnloses Rumballern und das Abschlachten von Feinden. Aber es gibt sie noch – Jugendliche, die freiwillig einer vernünftigen Freizeitbeschäftigung nachgehen.

Die Kinder und Jugendlichen müssen durch ausgebildete Betreuer / Ausbilder (mit Lehrgang) sachkundig angeleitet und in eine bestehende Gruppe mit sozialem Gefüge integriert werden.

Schützenvereine erfüllen mit ihrer Jugendarbeit die gleiche Aufgabe und Funktion wie Sportvereine, Feuerwehren, Musikzüge und vergleichbare Institutionen. Beim Schießen handelt es sich um einen Sport, bei dem Konzentration, Körperbeherrschung, Präzision, Disziplin und Ausdauer gefordert sind und gefördert werden. Sportliche Wettkämpfe vermitteln also durchaus Grundwerte – und in dieser Zeit sitzen die Jugendlichen nicht am PC oder anderen elektronischen Geräten oder streifen durch die City…

Und: schließlich wird ja auf Scheiben geschossen und nicht auf irgendwelche Figuren. Ich halte es für vernünftig, den Jugendlichen auch einen sinnvollen und verantwortungs­bewussten Umgang mit Waffen aufzuzeigen.

Bei einer Umfrage der Jugendabteilungen der Laatzener Schützenvereine zum Thema „Warum bist du im Schützenverein?“ kamen von den Kindern und Jugendlichen sehr interessante Antworten, u.a.:

  • weil es Spaß macht, man kann sich ablenken,
  • man lernt viele Leute kennen,
  • stärkt die Gruppengemeinschaft,
  • Wettkämpfe steigern den Ehrgeiz,
  • abwechslungsreiche Aktionen und Angebote, Ausflüge.

Neben dem Schießen sollten etliche weitere Freizeitaktivitäten, wie beispielsweise Ausfahrten, Zeltlager, Fackelwanderungen, Spiele- Treffs oder ähnliches angeboten werden.

Ab 8 Jahren: Schießen mit dem Lichtpunktgewehr

Das Lichtpunktgewehr ist hinsichtlich Größe, Form und Gewicht speziell angepasst an die ergonomischen Bedürfnisse von Kindern und hat viele verschie­dene Einstellmöglichkeiten am Schaft.

Das Lichtpunktgewehr und die Trainingseinheit sind mit modernster Elektronik und Software aus­gestattet, die eine permanente optische Kontrolle und vielfältige Auswertungen am Computer ermöglichen. Das Gewehr arbeitet mit einem Lichtstrahl der Laserklasse 1 und ist somit völlig gefahrlos. Es sendet einen unsichtbaren Lichtstrahl und markiert den Schusstreffer mit einem roten Punkt. Das Lichtpunktgewehr arbeitet mit einem Funksender und -empfänger. Der Schütze kann ganz normal zielen und abdrücken, aber es wird keine Kugel abgefeuert, sondern das Schuss­geräusch wird dabei simuliert. Die Daten des Schusses werden über den Sender an einen Laptop übertragen und dieser zeigt den Schuss an. Am Computer kann dann der genaue Schussverlauf verfolgt werden und die Trainer können den Schützen entsprechende Hilfestellungen geben.

© Jürgen Schmidt 2018

3SAT Wissenschaftsdoku: Die neue Lust am Schießen (YouTube)

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Nutzt man das Smartphone und klickt auf den Button, dann öffnet sich WhatsApp und man kann gleich schreiben.

Ist man aber am Computer, dann wird direkt WhatsApp Web geöffnet (sofern dieses installiert ist) und man kann dort seine Mitteilung abschicken.

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